BMW CarPlay nachrüsten: CCC, CIC, NBT, EVO oder MGU — welches System habe ich?
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Es gibt bei BMW keine Taste, kein Menü und keinen Eintrag im Fahrzeugschein, der Ihnen sagt, welches iDrive-System in Ihrem Auto steckt. BMW hat diese Namen nie an Kunden kommuniziert. Sie sind Werksbezeichnungen — und trotzdem entscheidet genau dieser Name darüber, welches Modul passt und welches Sie zurückschicken.
Zwischen 2004 und heute hat BMW fünf Generationen verbaut: CCC, CIC, NBT, EVO und MGU. Sie sehen sich ähnlich genug, dass man sie verwechselt, und unterscheiden sich elektrisch so stark, dass kein Adapter dazwischen hilft.
Diese Anleitung bringt Sie in drei Schritten zum richtigen System. Danach wissen Sie, welches Modul Sie brauchen — und was noch wichtiger ist: Sie wissen es, bevor Sie die Mittelkonsole zerlegt haben.
Die fünf Systeme auf einen Blick
| System | Baujahre | Typische Fahrzeuge | Erkennungsmerkmal |
|---|---|---|---|
| CCC | 2004–2010 | E60, E61, E63, E90, E91, E70 X5 | Listenmenü, kein Touch, Controller ohne Touchfläche |
| CIC | 2008–2013 | E84 X1, E87, E90, F10, F20, F30 | Menü mit Beschriftung, 3D-Karte, kein Touchpad |
| NBT | 2012–2016 | F20, F21, F30, F31, F10, F11, F25 X3, F48 X1 | Freistehender Bildschirm, meist 8.8", schwarzes Listenmenü |
| EVO | 2015–2019 | F-Reihe Facelift, G30, G11, F15 X5, G01 X3 | Kachelmenü (ID5/ID6), 10.25", oft Touchscreen |
| MGU | 2018–2023 | G20, G30, G05 X5, G01 X3 | iDrive 7/8, Live Cockpit, sehr flaches Design |
Die Jahreszahlen überschneiden sich, und das ist kein Fehler in der Tabelle. BMW hat die Systeme modellweise eingeführt, nicht stichtagsgenau. Ein F30 von 2013 kann CIC oder NBT haben. Deshalb reicht das Baujahr allein nie aus.
Schritt 1: Sehen Sie sich den Bildschirm an
Der Bildschirm sagt am meisten, weil BMW ihn zwischen den Generationen sichtbar umgebaut hat.
Eingelassen, mit Rahmen, kleiner als 8 Zoll — Sie sind bei CCC oder CIC. Der Bildschirm sitzt bündig im Armaturenbrett, umgeben von Kunststoff. Bei manchen E-Modellen fährt er beim Start aus.
Freistehend wie eine aufgesetzte Platte, ohne Rahmen — Sie sind bei NBT, EVO oder MGU. Ab NBT sitzt der Bildschirm sichtbar auf dem Armaturenbrett statt darin.
10.25 Zoll oder größer, sehr breit — EVO oder MGU. CCC, CIC und NBT gehen selten über 8.8 Zoll hinaus.
Schritt 2: Sehen Sie sich den Controller an
Der Dreh-Drück-Steller zwischen den Sitzen ist das zweitbeste Erkennungsmerkmal.
- Glatter Drehknopf, keine Touchfläche obendrauf — CCC oder CIC.
- Touchpad auf der Oberseite, auf das Sie Buchstaben schreiben können — NBT, EVO oder MGU. Achtung: Das Touchpad war eine Option. Es gibt NBT-Fahrzeuge ohne. Umgekehrt gilt die Regel aber zuverlässig — wer ein Touchpad hat, hat mindestens NBT.
- Zusätzliche Favoritentasten in einer Reihe vor dem Controller — ab NBT üblich.
Schritt 3: Sehen Sie sich das Menü an
CCC — schlichte Liste, kaum Farben, Karte wirkt flach und baut sichtbar langsam auf. Die Menüpunkte sind reiner Text.
CIC — deutlich flüssiger, Karte dreht sich in 3D, Menüpunkte haben Symbole. Optisch schon nah an NBT, aber ohne Touch-Bedienung.
NBT — schwarzer Hintergrund, senkrechte Liste links, Inhalt rechts. Karte läuft ruckelfrei in 3D.
EVO (ID5/ID6) — Kacheln statt Liste. Das ist der klarste Bruch im ganzen Verlauf: Wenn Sie Kacheln sehen, sind Sie bei EVO oder neuer.
MGU (iDrive 7/8) — Kacheln plus vollständig digitales Kombiinstrument, sehr flache Symbole, oft „Hey BMW" als Sprachassistent.
Sonderfall E60: ein Modell, zwei Systeme
Der E60 5er läuft von 2003 bis 2010 und hat in dieser Zeit beide frühen Systeme gesehen. Vor dem Facelift CCC, nach dem Facelift (ab etwa 2007–2008) je nach Ausstattung ebenfalls CCC oder bereits CIC.
Beim E60 hilft das Baujahr also nur bedingt. Gehen Sie hier zwingend über das Menü: Listenansicht ohne Symbole heißt CCC, Symbole und 3D-Karte heißen CIC. Im Zweifel schicken Sie uns die FIN — wir prüfen das kostenlos.
NBT: 4-Pin oder 6-Pin — der teuerste Fehler
Wenn Sie bei NBT gelandet sind, ist eine Frage noch offen, und sie kostet am meisten Geld, wenn man sie überspringt.
NBT ist nicht eine Hardware. Über die Bauzeit hat BMW das Steuergerät überarbeitet, und mit der Revision änderte sich der physische Stecker zum Bildschirm: entweder vier Pins oder sechs. Analog gegen digital.
Das ist keine Ausstattungsoption. Es steht nirgends, war nie bestellbar und taucht in keinem Papier auf. Es ist eine Fertigungsentscheidung, die fünfzehn Jahre später relevant wird, weil jemand ein Modul dazwischensetzen will.
Der falsche Stecker beschädigt nichts. Er passt nur schlicht nicht — und Sie merken es erst, wenn die Konsole zerlegt und das Steuergerät ausgebaut ist. Wie Sie den Stecker vorher bestimmen, steht ausführlich in der Anleitung zu NBT 4-Pin und 6-Pin.
Grobe Orientierung: 4-Pin überwiegt bei Fahrzeugen von 2012 bis 2015, 6-Pin ab 2016. Verlassen Sie sich nicht darauf — prüfen Sie den Stecker oder schicken Sie uns die FIN.
Welches Modul für welches System
| Ihr System | Passendes Modul | Preis |
|---|---|---|
| CCC | BMW E60 / E90 / X5 CCC | 269 € |
| CIC | BMW E87 / E84 / F20 / F30 / F10 CIC | 219 € |
| NBT, 4-Pin | BMW F20 / F21 / F30 / F31 / F10 NBT 4-Pin | 219 € |
| NBT, 6-Pin | BMW F31 / F11 / F20 / F30 / X3 / X5 NBT 6-Pin | 219 € |
| EVO (ID5/ID6) | BMW F20 / F30 / F10 / G30 EVO | 239 € |
| MGU (iDrive 7/8) | BMW G20 / G30 / X3 / X5 MGU | 349 € |
Alle Module sitzen zwischen Steuergerät und Bildschirm. Es wird kein Kabel geschnitten und nichts codiert.
Warum MGU das teuerste Modul ist
Bei MGU zahlen Sie 349 € statt 219 €, und dafür gibt es einen technischen Grund.
Ab iDrive 7 hat BMW die Datenübertragung zum Display umgestellt und die Software stärker abgesichert. Ein Modul muss sich in diese Kette einfügen, ohne dass das Fahrzeug es als Fremdgerät abweist. Das ist aufwendiger als bei NBT, wo das Signal vergleichsweise offen liegt.
Dazu kommt: Viele MGU-Fahrzeuge haben CarPlay ab Werk — allerdings nur per Kabel und nach dem ersten Jahr gegen ein Jahresabo. Das Modul macht CarPlay dauerhaft kabellos und abofrei. Bei einem Fahrzeug dieser Klasse rechnet sich das schnell.
Was sich ändert — und was bleibt
Bleibt vollständig erhalten: Werksnavigation, Radio, DAB, Bluetooth-Telefonie, Fahrzeugeinstellungen, Rückfahrkamera, Parksensoren, Lenkradtasten, Sprachbedienung, Harman-Kardon- oder Bowers-&-Wilkins-Sound.
Kommt dazu: Apple CarPlay (kabellos), Android Auto, Ihre Navigations-Apps auf dem Werksbildschirm, Spotify und Apple Music über die Werkslautsprecher, Siri und Google Assistant.
Ändert sich nicht: die Optik. Sie bekommen keine fremde Oberfläche. CarPlay erscheint als zusätzliche Quelle, die Sie über das Menü aufrufen — und beim nächsten Druck sind Sie wieder im normalen iDrive.
Drei Fehler, die wir immer wieder sehen
1. Nach Baujahr bestellen. Der häufigste und teuerste. Die Systeme überschneiden sich um Jahre. Ein F30 aus 2013 kann CIC oder NBT haben — das entscheidet die Ausstattung, nicht das Datum.
2. NBT erkannt, Stecker vergessen. Die Systembestimmung ist richtig, der Stecker falsch. Nichts geht kaputt, aber das Modul passt nicht und die Konsole ist schon zerlegt.
3. Vom Händlerpreis auf Inkompatibilität schließen. Viele hören beim Freundlichen, für ihr Fahrzeug gebe es „nichts mehr". Gemeint ist meist: kein Werksnachrüstsatz. Für CCC von 2005 gibt es sehr wohl eine Lösung.
Häufige Fragen
Erlischt die Garantie?
Nein. Das Modul wird gesteckt, nicht eingelötet, und lässt sich rückstandslos entfernen. In der EU muss ein Hersteller ohnehin nachweisen, dass ein Zubehörteil den Schaden verursacht hat, bevor er die Gewährleistung verweigert.
Kann ich das selbst einbauen?
Ja. Der Einbau dauert je nach Modell 30 bis 90 Minuten und braucht kein Spezialwerkzeug. Eine bebilderte Anleitung liegt bei.
Funktioniert Android Auto auch?
Ja, alle Module unterstützen beides. Ein Gerät ist jeweils aktiv.
Was, wenn ich mich beim System vertue?
Wenn wir Ihnen nach einer FIN-Prüfung das falsche Modul empfohlen haben, tragen wir die Rücksendung und tauschen um. Unabhängig davon haben Sie 14 Tage Widerrufsrecht ohne Angabe von Gründen; die Rücksendekosten tragen Sie in diesem Fall selbst.
Wie lange gilt die Garantie?
24 Monate auf jedes Modul.
Was Sie jetzt tun sollten
Wenn Sie Ihr System sicher bestimmt haben, gehen Sie direkt zum passenden Modul aus der Tabelle oben oder zur Übersicht CarPlay nachrüsten BMW.
Wenn Sie unsicher sind — und bei NBT ohne geprüften Stecker sollten Sie das sein — nutzen Sie den Fahrzeug-Check oder schicken Sie uns Ihre FIN an info@oemcarplay.com. Wir bestätigen Ihnen schriftlich, welches System verbaut ist und welches Modul passt. Das kostet nichts und dauert in der Regel keine 30 Minuten.
Ein falsch bestelltes Modul kostet Sie Zeit, Versand und einen zerlegten Innenraum. Eine FIN-Prüfung kostet eine E-Mail.
